Paso Doble
1790 gab es in Frankreich einen Infanteriemarsch namens "Pas redoublé". Dieser Marsch, in Spanien auch als "El Soleo" bekannt, wurde wie alle Märsche im 2/4-Takt gespielt mit bis zu 130 Schritten pro Minute. Es wird vermutete, dass der Paso - Marsch u.a. beim Einzug der Toreros in die Stierkampfarena gespielt worden ist.
Wörtlich übersetzt heißt er "Doppelschritt", ein lebhafter spanischer Paartanz mit einfachem Schrittmaterial. In stilisierter Form verbreitete sich der Paso, welcher auch in Lateinamerika anzutreffen war, nach 1910 in die anderen europäischen Länder. Die Musik und der Tanz ist angereichert mit Elementen des Fandango und des Flamenco.
Der Flamenco-Stil bildete sich im 19. Jahrhundert heraus. Aufgrund seiner Ausdruckskraft, die mit der des amerikanischen Blues zu vergleichen ist, wird er auch als weißer Blues bezeichnet.
Unter dem Paso doble versteht man die tänzerische Interpretation des Stierkampfes. Der Herr tanzt den Torero, die Dame stellt das rote Tuch, Muleta oder Capa genannt, dar. Der Tanz wurde in Paris in den zwanziger Jahren choreographiert, daher die französischen Figurennamen.
Heute ist der Paso doble in Mitteleuropa in den Hintergrund gedrängt worden. Er ist zwar seit 1945 Turniertanz (reglementiert seit 1959) und wird in Tanzschulen gelehrt, ist jedoch in der Öffentlichkeit eher dürftig vertreten.





